2.6.0.4_0, 2018-06-26 00:01:23

Ein neues Kapitel Firmengeschichte beginnt.

Ein neues Kapitel Firmengeschichte beginnt.

Die junge Handy-Generation von heute kann sich unter dem Begriff „Fernamt“ gar nichts mehr vorstellen...

Und dass die ersten Handys, ohne die es schon bald nicht mehr ging, größer waren als ein Kofferradio, klingt aus heutiger Sicht fast nostalgisch.

Auch an dieser Stelle mussten wir erkennen, was es mit dem alten Sprichwort „Aller Anfang ist schwer“ auf sich hat. Es war schon eine verrückte Zeit. Nur gut, dass wir in der Firma Wolperding einen zuverlässigen Partner gefunden hatten.

Wir suchten natürlich auch den direkten Kontakt zum Volkswagen – Werk, um uns als Vertragspartner zu bewerben. bekamen jedoch zur Antwort, dass in Pritzwalk bereits ein anderer Autohändler vorgesehen ist. Ich überlegte, wer das wohl sein könnte.

Bei der Suche war mir der Zufall behilflich. Wie sich herausstellte, hatte sich dieser potenzielle Partner jedoch zwischenzeitlich für eine andere Automarke entschieden. So erhielt ich von diesem Kandidaten dessen Einladung zum ersten VW-Händlerkongress.

Ich fuhr hin, da wollte man mich erst gar nicht reinlassen, weil die Einladung nicht auf meinen Namen ausgestellt war. Meine Partner der Firma Wolperding sorgten letztlich dafür, dass ich doch an diesem Kongress teilnehmen konnte.

Eine Woche später kamen Volkswagen-Vertreter und sahen sich meine Werkstatt und das Drumherum an. Sie waren beeindruckt, dass wir uns rein äußerlich schon vollkommen auf Volkswagen eingestellt hatten. Aber sie hatten natürlich auch konkrete Vorstellungen, wie der Betrieb als Volkswagen Vertragspartner auszusehen hatte.

Die Werkstatt war viel zu klein, mindestens zwei Arbeitsplätze sollten so schnell wie möglich geschaffen werden und dann, an einem neuen Standort ein modernes Autohaus. Dies war Grundvoraussetzung, um überhaupt den Fuß bei Volkswagen in der Tür zu behalten.

Natürlich verschloss ich mich dem Vorhaben nicht. Recht schnell wurde dann auch schon der Vertrag abgeschlossen. Volkswagen wollte ja keine Zeit verlieren und möglichst schnell auf den Markt in Pritzwalk. Ich bot mit meinem Betrieb zunächst einmal eine gute Voraussetzung dafür.

Der Forderung von VW nach höherer Werkstatt- und Verkaufskapazität leistete ich mit neuen Einstellungen Folge. Nach Klaus Köpke kamen Ingolf Kissmann, Dieter Seier und Günter Kautz zu mir in den Betrieb.

Damals in der Hermann-Lutz-Straße führten wir die Buchhaltung im ausgebauten Keller des Wohnhauses. Elke Hahn kam am 1.6.1992 zu uns, um meine Frau von dieser Arbeit zu entlasten. Unendlich viele Lehrgänge waren notwendig, um das Einmaleins der Führung eines Autohauses zu erlernen. Themen waren z.B. die Funktionsweise von Leasing und Finanzierung.

Oft fanden die Seminare in Plau am See statt, sie nahmen meiner Frau viel Zeit, aber es war notwendig.

Wir taten beide das Bestmögliche, um aus der kleinen Werkstatt einen modernen VW/Audi Vertragspartner zu machen. Kernproblem war die räumliche Enge. Unsere ersten Verkaufsberater waren Uwe Jangnow und Günter Sasse, die in einem Wohnwagen ihre Verkaufsgespräche führten. Obwohl wir schon damals wussten, dass wir in absehbarer Zeit ein neues Autohaus eröffnen würden, waren wir gezwungen, noch in der Hermann-Lutz-Straße zu investieren, damit der Betrieb auf solider Basis fortgeführt werden konnte.

Ganz problemlos verlief die Entwicklung dennoch nicht. Da ich meinen Meisterabschluss als „Karosseriebauer“ abgelegt hatte, und nicht als Schlosser, stieß ich bei der Handwerkskammer zunächst auf einige Schwierigkeiten bei der Anmeldung des Gewerbes zur Verrichtung von Schlosserarbeiten an Fahrzeugen.

So erhielt ich von der Handwerkskammer zunächst einen ablehnenden Beischeid. Viele gesetzliche Regelungen, die in den Altbundesländern seit Jahrzehnten galten, fanden nun auch hier Anwendung. Doch in Pritzwalk schien es nicht möglich, dass ich als Karosseriebaumeister ein Gewerbe für Reparatur und Handel mit PKW bekomme.

Wieder war es die Firma Wolperding aus Winsen/Luhe, die mir hilfreich zur Seite stand. Durch deren Anwalt bekam ich den Hinweis, dass es eine Übergangsfrist gäbe, in der die Ausübung eines Gewerbes ohne Meisterabschluss möglich sei.

So glätteten sich die Wogen und ich konnte die Werkstatt in der Hermann – Lutz – Straße mit erweitertem Angebot fortführen. Am 21. Juni 1990 kam es zur Vertragsunterzeichnung über die Zusammenarbeit zwischen mir und der VW-AG Wolfsburg. Es war kein leichter Weg bis dorthin, aber der Vertragsabschluss war ein Meilenstein in der Firmengeschichte.

Nun waren natürlich allerlei Lehrgänge zu besuchen, die ich weitestgehend selbst absolvierte. So verbrachte ich in jener Zeit viele Tage auf der Schulbank in Wolfsburg. Bestandteil dieses Vertrages war, dass ein neuer Standort mit einem modernen Autohaus die wirtschaftliche Basis für den Vertrieb von Volkswagen/Audi in Pritzwalk bilden sollte.

Umfangreiche Vorbereitungen für den Neubau des Autohauses nahmen bereits 1991 ihren Lauf: Standortsuche, Finanzierung, usw.

Ich hatte von Volkswagen einen Bauberater zur Seite gestellt bekommen. Herr Marquardt suchte mit mir gemeinsam nach einem geeigneten Standort. Im Gewerbegebiet Süd hatte gerade die Tankstelle ihren Betrieb aufgenommen, auch die Verkehrsanbindung konnte sich sehen lassen, also sollte dort das Autohaus entstehen.

Ende Juno 1992 fing die Raupe an zu schieben, etwa 10.000 Quadratmeter waren als notwendige Grundstücksfläche veranschlagt worden. Ich dachte damals, das sei viel zu groß und dachte darüber nach, ob hier überhaupt Kunden herkommen würden. Aber der Volkswagen-Berater sagte: „Direkt an einer Bundesstraße, das muss gut gehen!“

Aus heutiger Sicht kann ich sagen, der Standort ist genau richtig gewählt. Volkswagen veranschlagte ein Investitionsvolumen von ca. 3,5 Mio. Mark. Unser Finanzberater, Herr Reinexius sagte, immer mit der Ruh! Realistisch schätzte er ein, was tragbar ist, und so bauten wir wesentlich kleiner.

Der ganze Bau kostete dann letztlich 1,4 Mio. DM. Hätten wir so groß gebaut, wie von Volkswagen ursprünglich geplant, gäbe es die Firma Streese wohl längst nicht mehr. Herr Reinexius war offen und fair, eben ein alter Hase. Viele andere Unternehmer in den jungen Bundesländern hatten nicht solch Glück mit ihren Beratern...

Meine Hausbank warnte mich zunächst davor, zu knapp zu kalkulieren, wies darauf hin, dass es nachträgliche Kosten geben würde, die nicht kalkuliert waren. Aber unser Architekt, Herr Kostka hatte alles bis ins Detail geplant, sodass keine unliebsamen Überraschungen folgten. Die Finanzierung lief über die damalige Volksbank, Filiale Pritzwalk. Der Vorstandsvorsitzende und gestandene Banker Friedrich-Franz Schulz war derjenige, der seine Unterschrift unter den Vertrag setzte, und damit bereit war, ein hohes Risiko für die Bank einzugehen.

Schließlich ging es um ein Investitionsvolumen von etwa 2 Millionen Mark. Wer konnte damals schon vorhersehen, wie sich die Marktlage langfristig entwickeln würde? Aber wie eh und je half Friedrich-Franz Schulz auch diesmal einem zukunftsträchtigen Vorhaben in die Spur. Das ging nicht ohne Haken und Ösen, aber letztlich doch so, dass alle Beteiligten damit leben konnten.

Am 1. Juli 1992 erfolgte die Grundsteinlegung für das neue Autohaus am Standort Gewerbegebiet Süd. Manchmal gab es arge Terminprobleme, je näher es dem Ende rückte, umso hektischer wurde es. Alle standen unter Zeitdruck. Die Handwerker verschiedener Gewerke gaben sich die Klinke in die Hand, manchmal wartete der eine schon darauf, dass der andere seine Arbeit beendet.

Letztlich aber ging alles gut, der Übergabetermin wurde gehalten. Und insgesamt gesehen bin ich mit der Bauausführung doch zufrieden, auch wenn es mich allerhand Nerven gekostet hat. Man sah mir die Spuren jenes halben Jahres Bauzeit auch deutlich an, ich hatte binnen dieser sechs Monate etwa 10 kg Gewicht verloren...

Von der Grundsteinlegung bis zur Übergabe des Autohauses verging genau ein halbes Jahr Bauzeit. Dank der überaus exakten Bauablauf-Planung durch den Architekten gelang es, trotz aller Probleme, den Eröffnungstermin zu wahren. Ich habe alle Aufträge, die durch Pritzwalker Betriebe realisierbar waren, hier vergeben.

Das Richtfest sah viele freudige Gesichter. Als die Richtkrone gen Himmel zeigte, fanden sich neben den beteiligten Baufirmen auch Vertreter aus Kommunalpolitik und Wirtschaft unter den Gästen. Nach dem Trubel der Eröffnung am zweiten Dezemberwochenende 1992 ging es dann Montags gleich in die Vollen...

In der alten Werkstatt waren weniger als 10 Arbeitskräfte tätig. Neben den bereits genannten Klaus Köpke, Dieter Seier, Elke Hahn, Günter Sasse und Ingolf Kissmann, kamen nun Detlef Pedde, Rainer Krüger, Günter Kautz und Norbert Reich hinzu. Mein Bruder Mike und dessen Frau kamen aus Wolfsburg zurück, am 1.1.93 begann Dirk Spitzner, andere folgten.

Wichtig war und ist diesem Team die Kundenbestandspflege. Wir haben überwiegend zufriedene Kunden, manch anderer hat für Dinge, die wir gar nicht zu vertreten haben, wenig Verständnis. Auch hier ist es wie im Leben, es gibt solche und solche.

Nicht selten erinnern uns einst mit ihren Autos liegen gebliebene Fahrer an so manche Episode. Immer wieder werden alte Erinnerungen hervorgekramt und erzählt.

Ein Bereich, der es nicht einfach hat, ist der Kundendienst. Wer da vorn am Schalter steht, der muss was abfangen. Manchmal wird’s da richtig laut – bis hin zu persönlichen Angriffen auf meine Mitarbeiter. Zum Glück kommt das nicht so häufig vor, aber das zehrt dann natürlich an den Nerven.

Die Zufriedenheitsanalyse kam zu einem Ergebnis von 98 %. Dahinter stecken viele Dankeschöns unserer Kunden. Manchmal geschehen natürlich auch Dinge, die es eigentlich nicht geben sollte.

So fuhr z.B. vor einigen Jahren einer unserer Lehrlinge mit ’nem Kundenauto in eine Mauer. Einem anderen passierte ein Missgeschick beim Federspannen.

Die Feder machte sich selbstständig und landete vorn auf einem Kundenfahrzeug. Leider nicht, ohne Spuren zu hinterlassen. Wir tauschten die Haube gegen eine neue aus und beichteten dem Fahrzeugbesitzer alles.

Hätten wir es verschwiegen, der Kunde hätte es nicht bemerkt. Aber das ist nicht meine Art. Wenn mal etwas passiert, dann muss man auch offen mit den Kunden drüber reden. Das ist nicht einfach, aber besser als der eigenen Kundschaft mit einem schlechten Gewissen gegenüberzutreten.

Ich denke, auch dieser Gedanke meiner Geschäftsphilosophie gehört in den Rückblick auf unsere 50-jährige Firmengeschichte. Der Tag, an dem das Autohaus seine Türen öffnete, wird nicht nur mir, meiner Familie und meinen Mitarbeitern in Erinnerung bleiben.

Zahlreiche Überraschungen warteten auf die Gäste, als Hauptpreis wartete in der Tombola ein Volkswagen-Golf auf seinen neuen Besitzer. Zahlreiche Gäste aus Nah und Fern waren erschienen, um zu schauen, was die 450-m2-Ausstellungsfläche und die 1100-m2-Werkstatt zu bieten haben. Auf diese Weise begegneten wir vielen Stammkunden und auch interessierten Fahrern anderer Fahrzeuge, von denen uns ein guter Teil auch später die Treue gehalten hat.

Ein wichtiges Kapitel der jüngeren Geschichte ist die Lehrlingsausbildung. Darauf lege ich großen Wert. Im Jahr 2006 erhielt mein Betrieb den Titel „Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb“.

Auszubildende, wie es heute so schön heißt, gab es schon in der alten Werkstatt, Mario Boek z.B., der auch in das Autohaus übernommen wurde, Michael Köhler war der erste Lehrling der hier in der neuen Firma seine Ausbildung absolvierte. Er ist noch heute bei mir tätig.

In den ersten Jahren bildeten wir im Autohaus manchmal zwei oder sogar drei Lehrlinge in einem Lehrjahr aus. Berufsziele fanden sich sowohl im kaufmännischen Bereich als auch direkt in der Werkstatt.

Es waren inzwischen über 20 junge Menschen, denen wir eine Lehrstelle bieten konnten. Uns war und ist auch heute noch wichtig, jedes Jahr jungen Leuten eine Ausbildung zu ermöglichen. Zurzeit sind es Jens Ziebol, Tobias Abend und Sven Streese. Auch wenn wir nicht immer alle Azubis übernehmen konnten, so haben Start ins Berufsleben verschaffen können.

Soweit ich weiß, sind auch alle, denen wir nach der Ausbildung keinen Arbeitsplatz anbieten konnten, in der Branche geblieben. Das bedeutet, dass sie bei uns eine gute Ausbildung genossen haben.

Bei der Auswahl der Azubis schaute ich nie primär allein auf die Zensuren der Schule. Während der Praktika sah ich, ob in dem Kandidaten ein Schlosser oder Karosseriebauer steckt. Die Praxis, das Blut in den Adern ist wichtig.

Man kann sehen, wie einer sich anstellt. Diejenigen, für die ich mich entschieden habe, haben dann auch alle ihre Prüfungen bestanden.

Da fällt mir grad eine Geschichte ein: Einer unserer Lehrlinge rauchte hin und wieder heimlich auf der Toilette. Als er mehreren Hinweisen auf das Rauchverbot nicht Folge leistete, haben wir ihn dort mit einem Eimer kalten Wasser runtergeholt...

Er rauchte an dieser Stelle nie wieder...

In der Werkstatt herrscht ansonsten wirklich ein sehr gutes Arbeitsklima. Und ich lasse mein Team am jeweiligen Erfolg eines Geschäftsjahres teilhaben.

Wenn es dem Unternehmen gut geht, sollen auch diejenigen, die dafür Sorge trugen, davon profitieren. Der Lohn, bzw. Sonderzuwendungen sind immer auch eine gute Motivation für alle Mitarbeiter. Gute Leute sind nur mit einem entsprechenden Lohn zu halten. Ich habe in meinem Haus sehr wenig Fluktuation, was sehr zur Kontinuität beiträgt.

Tradition sind in meiner Firma auch die Betriebsfahrten mit der Belegschaft. Einmal z.B. waren wir an der Nordsee, da geschah Folgendes: Es hieß, wir sollten alle hinter dem Wattführer in dessen Spuren gehen. Einer unserer Kollegen hielt sich nicht daran, rutschte aus und plötzlich war er bis zum Hals weg.

Seine Brille haben wir nie wieder gefunden. Bekleidet mit Leggins aus der weiblichen Belegschaft setzte er diesen schönen Ausflug fort...

Wir sind im Harz gewesen, in Lübeck auf dem Weihnachtsmarkt – unvergessen, wie sich die Lehrlinge bei Douglas alle geschminkt haben. Einer der Kollegen brach sich beim Tanzen ein Bein.

Das allein war schon schlimm genug. Noch bösere Folge war allerdings das Ausfüllen der Formulare zur Unfallanzeige bei der Berufsgenossenschaft...

Oder auch jene Tour in den Spreewald: Wir sind dort mit einem Bus hingefahren, machten Nachts eine Kahnfahrt, und waren dann das ganze Wochenende mit dem Rad unterwegs.

Die Radtouren zehrten an den Kräften, da musste ich in die Trickkiste greifen und eine Flasche für denjenigen ausschreiben, der zuerst am Ziel ist...

Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser, ich achte sehr auf ein familiäres Betriebsklima. Alle Mitarbeiter sind „per Du“ miteinander. Manch einer meiner Berufskollegen aus den alten Bundesländern kann diesen Prozess gar nicht nachempfinden.

Nun sind seit der Eröffnung schon beinahe 15 Jahre vergangen. Vieles hat sich verändert, ist weiterentwickelt und vervollkommnet.

So widmete ich der immer weiteren technischen Ausstattung der Werkstatt großes Augenmerk. Eine neue Hebebühne, die im vergangenen Jahr angeschafft wurde, brachte gleich die Möglichkeit einer Neueinstellung für den Werkstattbereich mit sich.

Ich war neuen technischen Möglichkeiten immer aufgeschlossen. So hat auch manches neue Werkzeug Einzug gehalten. Auch die Kollegen schicke ich jährlich für mindestens drei Tage zu einer Weiterbildung, hinzu kommen die innerbetrieblichen Schulungen.

Hier müssen sie auch Prüfungen ablegen und so manche Auszeichnung meiner Mitarbeiter sprichteine deutliche Sprache. In neues Wissen zu investieren, bedeutet für mich einen wesentlichen Beitrag zur Kundenzufriedenheit zu leisten.

Auch zum Umweltschutz will ich beitragen und setze alles daran, nicht nur die gesetzlichen Pflichtaufgaben auf diesem Gebiet zu erfüllen sondern stelle mich auch darüber hinausgehenden Herausforderungen.

Mit Stolz kann ich deshalb auch auf verschiedene Ehrungen hinweisen, wie z. B. das Umweltsiegel und ISO-Zertifikat die dem Autohaus zuteil wurden.

Neben dem Verkauf und der Reparatur von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen habe ich von Beginn an auch über den Tellerrand des eigenen Unternehmens geschaut. Traditionspflege und Kulturförderung gehören zu meiner Firmenphilosophie.

Zu einem besonders beliebten Stelldichein vieler Freunde älterer Fahrzeuge hat sich unser jährliches Oldtimertreffen entwickelt. 2007 fand es zum vierzehnten Mal statt.

Schon im ersten Jahr konnten wir an einem Wochenende etwa 3000 Besucher begrüßen, es wurden danach jährlich mehr.

Fahrzeuge aus Nah und Fern wurden präsentiert, und ebenso, wie die Fahrzeuge kamen auch die Gäste aus allen Himmelsrichtungen. Zu einer beliebten Plattform des Ersatzteilhandels- oder Tausches hat sich der Teilemarkt entwickelt, auf dem Tüftler immer wieder die eine oder andere Rarität anbieten, selbst erwerben oder tauschen können.

Sehr beliebt sind seit 10 Jahren unsere Kabarettabende. Für viele Kulturfreunde ist der Auftritt des Potsdamer „Obelisk“ ein fester Termin. An die 300 Gäste sind es an einem solchen Abend, die wir in unserem Autohaus begrüßen können. Die Erlöse kommen immer sozialen Einrichtungen zugute, so konnten wir schon so mancher Institution meiner Heimatstadt Pritzwalk helfen.

Der normale Geschäftsbetrieb läuft in geebneten Bahnen. Zwischen meiner Frau und mir sind die Verantwortlichkeiten klar geregelt, die Aufgabenbereiche strikt getrennt. Mein Herz schlägt im Verkaufsbereich, Angelikas im Service. Durch die Gliederung der Verantwortlichkeiten ergänzen wir einander sehr sinnvoll.

Unser Sohn Marc sagte als Erstes nicht Mama oder Papa sondern Auto. Unsere Tochter Laura machte die Familie am 5.12.1994 komplett. Sie ist im Autohaus groß geworden, im Laufgitter in meinem Büro. Frau Hahn gab ihr die Pulle, und wickelte die Laura. In ihrem Bettchen waren ständig Ölflecke auf der Bettwäsche, die stammten von den Schlossern, die gern etwas mit ihr spielten...

Wir hoffen, unseren beiden Kindern ebenso gute Eltern zu sein, wie wir es selbst in unseren Elternhäusern erlebt haben. Natürlich spielte ich mit Blick auf unseren Sohn mit dem Gedanken, einen Nachfolger fürs Geschäft zu haben. Schon in jungen Jahren entdeckte er dann auch seine Liebe zu den Autos.

Marc war gewissermaßen erblich vorbelastet und so ist es kein Wunder, dass er seine Berufsausbildung im Kfz-Gewerbe absolvierte und erfolgreich abschloss. Gegenwärtig ist er dabei, das Studium zum Betriebswirt zu absolvieren. Damit, so denke ich, ist auch ein Stück Zukunft des Autohauses geebnet.

Das berufsbegleitende Studium wird ihm helfen, nicht nur die Mechanik von Autos zu verstehen sondern auch das Führen eines eigenen Unternehmens ermöglichen.

Den praktischen Teil der Ausbildung macht er in Berlin, bei einem ehemaligen Studienkollegen von mir. So, wie auch ich meine Ausbildung bei einem Studienkollegen meines Vaters erhalten habe. Manchmal gibt es Parallelen im Leben, die vorgezeichnet scheinen. Vielleicht wird auch er einmal eine Chronik schreiben lassen, die davon erzählt, wie sein Vater begann, einen Betrieb aufzubauen...